
Die Sicherheit der Helfer hat höchste Priorität: Beim Arbeiten auf dem Dach ist es unerlässlich, Maßnahmen zu ergreifen, die ein Abstürzen verhindern.
Zwei jeweils acht Mann starke Trupps schippten Montag und Dienstag Schnee von Dächern – 2000 Floriansjünger aus Mittelfranken helfen in den betroffenen Gebieten
SCHWABACH (he) – Zwei Tage waren Feuerwehrleute aus Schwabach im Bayerischen Wald als Schneehelfer im Einsatz. In Bayerisch Eisenstein/ Landkreis Regen haben sie Dächer von der zentnerschweren Schneelast befreit. Montag und Dienstag taten jeweils acht Mann in dem Ort am Arber Dienst an der Schneeschippe.
Gestern Mittag telefonierte Stadtbrandrat Holger Heller mit dem zweiten Trupp. Der erste war den ganzen Montag über im Einsatz gewesen und war erst gegen 23 Uhr zurückgekehrt. Der zweite Trupp war am Dienstagmorgen um 3 Uhr losgefahren. Diese acht Mann schippten gestern Mittag den Schnee von einem sehr großen Dach. Doch nicht nur Gewerbegebäude, auch Privathäuser befreiten die Schwabacher Floriansjünger vom Dachschnee.
Stadtbrandrat Holger Heller berichtete von enormer Hilfsbereitschaft. Seine Feuerwehrleute sind über die Regierung angefordert worden. Von der Regierung habe er erfahren, dass seit Freitag 2000 Feuerwehrleute aus Mittelfranken in Ostbayern beim Kampf gegen die Schneemassen helfen. Die Leute würden dort gut mit Essen und Trinken versorgt. Heller hat aber auch eine unerfreuliche Nachricht von den fränkischen Schnee-Helfern. So sei ein Kreisbrandmeister aus dem Nürnberger Land nach dem Sturz durch ein Oberlicht schwer verletzt worden.
Was die Schwabacher Feuerwehrleute anbelangt: Die waren gestern alle wohlauf. Ursprünglich war geplant gewesen, dass die erste (Montags-) Gruppe zurückkehrt, wobei einige, die sich auch für den zweiten Einsatz gemeldet hatten, gleich in derselben Nacht wieder mit losfahren wollten. Der Grund: Bei so vielen Helfern sind die Schlafplätze vor Ort knapp. Das unnötige Hin- und Herfahren war dann jedoch nicht nötig, denn der Feuerwehrkommandant von Bayerisch Eisenstein hat ein Gasthaus und konnte den drei Schwabacher Wehrleuten eine Übernachtungsmöglichkeit bieten.
Dass sich der Schnee in Ostbayern so hoch türmt, liegt am ungewöhnlichen Klima. In anderen Jahren taute die weiße Pracht zwischendurch immer wieder weg, heuer jedoch nicht. Wie die Schwabacher Feuerwehrleute von den Einheimischen erfahren haben, stieg in Bayerisch Eisenstein seit Ende November die Temperatur nicht mehr über 0 Grad. Fast drei Monate lang fiel also Schnee auf Schnee. Der setzte und verfestigte sich und türmte sich zugleich durch Neuschnee immer weiter auf.
Die Lage in Ostbayern hat sich unterdessen leicht entspannt, weil nun doch etwas mehr Zeit bleibt, um einsturzgefährdete Dächer freizuschaufeln. Ur-sprünglich hatte der Wetterbericht für heute dort Regen angekündigt. Gestern hieß es jedoch, dass der Regen erst durch Franken ziehen werde, bevor er Ostbayern erreicht. Mehr Zeit also, und vielleicht auch weniger Wasser von oben. Gefahr durch Hochwasser droht allerdings weiterhin, wenn die Schneemassen schnell schmelzen.
Die Feuerwehrleute aus Schwabach, die in Bayerisch Eisenstein beim Schnee-Einsatz waren: Johannes Stürmer (Feuerwehr Dietersdorf), Gützbür Ozmert (Feuerwehr Wolkersdorf), Klaus Hartmann und Marco Engelhardt (Feuerwehr Schaftnach), Jens Meyer, Roland Schmiedl, Stefan Urmoneit, Christian Kiener, Heiko Holluba, Ivo Schramm, Helmut Niedermeyer, Stefan Böhm und Hilmar Wachter (alle Feuerwehr Schwabach-Stadt).
Text: Mit freundlicher Genehmigung des Schwabacher Tagblattes